Why The Climb

You Do That?!

Auszug des Briefings der Bachelorarbeit
zur Abgabe an den Bewilligungsausschuss

Klettern „in Absprunghöhe“ erfuhr in den letzten Jahrzehnten einen enormen Zulauf. Bereits im 19. Jahrhundert „boulderte“ man in den verschiedensten Regionen Europas. Wann die ersten Sportkletterprofis sich dazu „herabließen“ an den Gesteinsblöcken am Fuß der Berge explizit und technisch zu klettern, statt dem klassischen Sportbild zu folgen, ist nicht klar zu sagen. Der US-Amerikaner John Gill wird im Zuge dessen oft erwähnt, denn er gilt als Gründer des heute bekannten Bouldersportes. Bereits in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts definierte er den Begriff „Bouldern“. Als eigentlicher Gymnast/ Ringturner entdeckte er das Felsklettern als gezieltes Krafttraining und erfand Klettertechniken, die bis heute prägend für den Sport sind. 

In der Bachelorarbeit „Why the climb you do that?“ wird auf den Klettersport, das heißt explizit auf das Bouldern und das dazugehörige Lebensgefühl eingegangen, um die Motivation und die Dazugehörigkeit der Menschen zu beleuchten. Um die Fragen nach der Entstehung und Prägung beantworten zu können, wird auf die allgemeine Geschichte und Entwicklung des Bouldersportes eingegangen.

Fragt man sich, wer den Sport heute maßgeblich beeinflusst, kommen schnell die Namen diverser Größen auf wie Adam Ondora, Tommy Caldwell, Alex Honnold, oder Beth Rodden.Wer sind diese Menschen, die freiwillig einem so unnachgiebigen Element die Stirn bieten wollen. Was treibt sie an und eint sie alle? Wer verdient an dem Sport, der als reines Krafttraining begann und wieso sind diese Firmen/Personen so interessiert an genau diesen Sportlern? 

In „Absprunghöhe“ zu klettern bedeutet, sich ungesichert in drei bis vier Metern Höhe zu bewegen. Zum Abfangen des Aufpralles dienen sogenannte „Crashpads“ und die helfenden Hände der „Spotter“. In der Arbeit wird auch auf die verschiedenen Equipments und Techniken eingegangen, um einen groben Überblick über das momentane Angebot und den Fortschritt der letzten 40. Jahre zu schaffen. Im Zuge der Ausarbeitung werden mindestens zwei Reisen, sowohl in das französische Fontainebleau, dem offiziellen Geburtsort des Sportes und „Klettermekkah“ der Sportler aus aller Welt, als auch in das tschechische Snezink geplant. Vor Ort sollen dann unter anderem Interviews mit den Sportlern geführt und diese vorgestellt werden.

Ziel ist es, einen Stereotype des Boulderers zu erstellen und diesen zu beleuchten. Um den Faden zur praktischen Arbeit nicht zu verlieren, wird darüber hinaus eine „Konkurrenzanalyse“ erfolgen, um zu ergründen, was bereits zu dem Thema „Bouldern“ im Bereich der Fotografie publiziert wurde und wo Verbesserungen möglich beziehungsweise nötig sind, um auf Grund dessen dann etwas Neues kreieren zu können.

Ein Großteil der praktischen Arbeit der Thesis („Why the climb you do that!“) wird in dem in den frühen Neunzigerjahren beliebten, lomografischen Verfahren erzeugt.

Lomografie ist eine Form der Fotografie, bei der mit einer lomografischen Kompaktkamera auf (meist) 35mm-Filmen fotografiert wird. Die dabei entstehenden Negative werden dann an ein Großlabor weitergegeben, oder wie es für die abschließende Arbeit geplant ist, selbst entwickelt.

Die bei dieser Form der Fotografie entstehenden Unschärfen durch Bewegung, oder fehlerhafte/ gleichbleibende Einstellung der analogen Kamera, sowie der Anschnitt mancher Bilder, oder gar doppelte Belichtungen sind provoziert und gewollt. Es wird steht's versucht, die Nutzung des Suchers zu meiden. Die Bilder werden "aus der Hüfte geschossen". 

Ich werde untersuchen, in wie weit sich die bereits etablierten Klischees der digitalen Sportfotografie im Klettersport aufbrechen lassen und ob man die Arbeitsweise der Lomografen mit denen moderner Kompositionsfotografen kombinieren, bzw. was man aus der jeweiligen Form zusammenbringen und weiterentwickeln kann.

Das Format kann dabei variieren und wird der Bildmasse angepasst. Die Fotografien orientieren sich dabei an den von der Lomografischen Gesellschaft festgelegten „goldenen Regeln“.

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